Als Einzelhandelskaufmann und Betriebswirt wurde ich 1988 von der Immobilienwirtschaft infiziert, so dass ich meine neue berufliche Laufbahn bei einem hannöverschen Immobilienunternehmen und Projektentwickler begann.

Durch die historische Grenzöffnung explodierte das Unternehmen von anfänglich 3 Mitarbeitenden auf über 75 Angestellte. Als Vertriebsleiter war ich für die Niederlassungen in Hannover, Berlin, Leipzig und Zwickau zuständig. Haupttätigkeitsschwerpunkte waren die Projektentwicklung, Erstellung, Vermietung und der Verkauf von Sanierungsobjekten und großflächigen Einkaufszentren. Daneben wurden eigene Immobilienfonds konzipiert, die in der hauseigenen Vermögensverwaltung betreut wurden.

Nach sieben dynamischen Jahren war es an der Zeit, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Trotz einiger schlafloser Nächte verließ ich wieder das sichere Fahrwasser und sprang im Oktober 1995 in die unternehmerische Selbständigkeit. Ade all die lieb gewonnenen Privilegien, sicheres Gehalt, Spesenkonto und Dienstwagen. Den ausschlaggebenden Anstoß erhielt ich durch Zufall von einem Horoskop:

Es ist zwar ärgerlich, wieder von vorne anfangen zu müssen. Aber die Mühen werden sich auszahlen.

Sie werden verstehen, dass ich seit dieser Zeit keine Horoskope mehr lese.

Es begann eine spannende Zeit voller Herausforderungen, Misserfolge und Erfolge. In einem Jahr der Selbstständigkeit habe ich mehr erlebt als in vielen Jahren des Angestellten-Daseins. Eine einmalige Erfahrung war die vollkommene Eigenverantwortung und Selbstbestimmung des eigenen Lebens. Endlich keine stundenlangen Strategietagungen, Meetings und seitenlange Protokolle mehr. Das Streben nach erfolgreichem Handeln ist seit dieser Zeit die ständige Antriebsfeder.

Als Schaltzentrale fungierte zunächst eine 9 qm große Dachkammer in unserer damaligen Wohnung in der Schlägerstraße.

An der Universität wurde ja das antizyklische Verhalten gepredigt, so dass ich mich nicht in dem noch florierenden Marktsegment der privaten Immobilie selbständig gemacht habe, sondern in dem danieder liegenden Segment der gewerblichen Immobilien.

Es war jene Zeit, in der die hannöversche Presse titelte: „Das Totenbüroschiff am Weidetor“ und jeder potentielle Mietinteressent mit diversen Horrormeldungen über Leerstandsquoten zu den Mietvertragsverhandlungen kam. Es hat drei mühevolle Jahre gedauert, die Stimmung am hannöverschen Immobilienmarkt nach außen wieder positiv darzustellen.

Wenn man gemeinsam mit den Immobilieneigentümern das Tal der Tränen durchschritten hat und am Horizont wieder das Pflänzchen der Hoffnung keimt, entsteht eine dauerhafte Geschäftsbeziehung. Und diese langjährigen Beziehungen sind die Basis für unseren unternehmerischen Erfolg.

Unsere Devise, jede Immobilie so zu betrachten als ob es unsere eigene wäre, sprach sich bei den Auftraggebern wie z.B. Investoren, Großunternehmen, Banken, Versicherungsgesellschaften und Fondsgesellschaften herum. Gerade bei der Betreuung von Immobilieninvestitionen ist oftmals nicht hektisches Handeln gefragt, sondern eine langfristige Entwicklungsstrategie. Bei Immobilien handelt es sich meistens um erhebliche Wertgegenstände. Der richtige Zeitpunkt und die vorher geschaffenen Rahmenbedingungen, z. B. durch eine vorherige Vermietung oder Vertragsverlängerung, bestimmen über Misserfolg oder Erfolg einer Immobilieninvestition. Gerade bei gewerblichen Anlageobjekten verursachen Leerstände durch die fehlenden Mieteinnahmen erhebliche Verkaufspreisverluste.

Eine Immobilie zu verkaufen ist einfach, eine Immobilie zu einem idealen Zeitpunkt und zu einem optimalen Preis für Käufer und Verkäufer zu vermarkten, bedarf einer langjährigen Erfahrung.

Durch die nunmehr seit zwanzig Jahren erfolgreiche Tätigkeit im Immobilienbereich bekommen die Fassaden der Immobilien für mich jeweils eine Geschichte. Für mich handelt es sich nicht nur um leblose Hüllen, sondern durch die gemachten Erfahrungen werden die Gebäude lebendig und eröffnen mir die Menschen, die hinter jeder Immobilie stehen. Auch erfüllt es uns mit Genugtuung, wenn durch unsere Arbeit z. B. vernachlässigte Straßen wie die Prinzen- und Sophienstraße oder die ehemalige Kestner – Gesellschaft, wieder zu neuem Leben erweckt werden konnten. Auch die ehemaligen Firmenstandorte wie das Gelände der historischen Eisfabrik sowie der Bau-Berufsgenossenschaft in der Südstadt, den heutigen Geibelhöfe oder die ehemaligen Produktionsstätten der Firma Geha und Grammophone in der Podbielskistraße, konnten revitalisiert werden.

In all den Jahren haben sich unsere Aufgabenstellungen ständig gewandelt. In den letzten beiden Jahren waren die Standort- und Umzugsberatung von Behörden und Unternehmen besonders wichtig. So wurden alle drei Jobcenter der Arbeitsagentur mit 14.000 m², die drei neuen Firmenstandorte der Firma E.ON mit 20.000 m² und die Expansionsflächen der Firmengruppe TALANX HDI mit 15.000 m² durch unser Büro erfolgreich vermittelt.

Aufgrund der enorm gewachsenen Präsens ausländischer Investoren erweitert sich unser Arbeitsbereich auf die strategische Portfoliooptimierung von Immobilienfonds, Versicherungen und Versorgungswerken.

Der besondere Reiz in der Immobilienvermittlung besteht darin, dass der Immobilienmakler zum Erfolg verurteilt ist. Nur wenn es uns gelingt die Interessen beider Parteien in optimaler Weise zu berücksichtigen und das Geschäft erfolgreich abgewickelt wurde, ist die Aufgabe erfolgreich erledigt.